Orgel

Rückgrat der Kirchenmusik

DSC_3275

Heutige Ansicht der Orgel

Orgelmusik in Kirchen – vor 2.000 Jahren undenkbar! Damals wurden die Instrumente von den Römern benutzt, um die grausamen Spiele in den Arenen musikalisch zu untermalen. Auch viele Christen werden bei ihren Hinrichtungen diese Instrumente gehört haben und so verwundert es nicht, dass erst der Sohn Karls des Großen, Ludwig der Frommen, 826 n. Chr. in der Pfalzkapelle Aachen eine Orgel zur Mitgestaltung der Gottesdienste aufstellen ließ. Das Wissen um diese Instrumente hatte sich trotz des Untergangs von Rom in Byzanz gehalten, von wo aus auch die ersten Orgeln als Geschenke nach Westeuropa kamen.

Von dieser kleinen Orgel in Aachen bis zu unserem Instrument in Knetterheide war es ein langer Weg voller Innovationen, Stile und Irrwegen.

All das muss man vielleicht nicht unbedingt wissen, um die Töne unserer Orgel zu genießen, aber es mag helfen, wertzuschätzen, was so selbstverständlich Sonntag für Sonntag zu hören ist.

Innenraum der Kirche mit Orgelempore (1960)

Innenraum der Kirche mit Orgelempore (1960)

Und selbst die neueste Entwicklung im Bereich unserer Orgel, nämlich ihre Renovierung im letzten Jahr (2012), ist ein Produkt der gewaltigen Geschichte dieser Instrumentengattung. Nach der Erbauung unserer Kirche wurde von der Vlothoer Firma Steinmann 1960 ein Instrument mit dem damals modischen Klang (hell, spitz, scharf) erbaut. Doch der Geschmack hat sich gewandelt und mittlerweile ist klar, dass ein anderes Klangbild vonnöten ist, um die Gemeinde beim sonntäglichen Gottesdienst oder Solisten bei Konzerten zu begleiten und zu stützen. Das und die Tatsache, dass technische Defekte eine Renovierung nötig machten, führten dazu, dass der Kirchenvorstand der Bitte ihres neuen Organisten Johannes Graupe entsprach, eine Renovierung und Umintonation zu veranlassen. 2012 war es dann soweit: von der Firma Kampherm Orgelbau überholt, hat unsere Orgel zu einem neuen, satten und runden Klang gefunden, der auch den Orgelsachverständigen unserer Landeskirche so beeindruckte, dass er dieses Instrument als ein Referenzobjekt für Orgelsanierungen bezeichnete!

Nun ist es wieder möglich, fast alle musikalischen Stile der Orgelmusik auf diesem Instrument darzustellen. Das verschönert nicht nur den Arbeitsalltag des Organisten, sondern hilft auch der Gemeinde beim Singen. Zu den Aufgaben unseres Organisten gehört es aber nicht nur, die Gottesdienste zu gestalten und bei Gelegenheit Konzerte zu spielen, sondern eben auch die Orgel zu warten. Sogar das Aussuchen der Monatslieder fällt per Kirchenvorstandsbeschluss in den Aufgabenbereich von Johannes Graupe, der hier zur Vorgabe hat, unbekannte, zur Kirchenjahreszeit passende Lieder herauszusuchen, um so das Liedrepertoire der Gemeinde Lied für Lied zu erweitern und so auch neue Perspektiven beim Gottesdienstgesang zu ermöglichen und alle „Register“ unseres Evangelischen Gesangbuches (EG) zu ziehen.

Johannes Graupe